Oft gestellte Fragen
  

Stammen denn Grün- und Schwarztee von der gleichen Pflanze?

Ja, der Ausgangspunkt ist die gleiche Pflanze. Ob es nun Grün- oder Schwarztee wird, erreicht der Teeanbauer durch die verschiedene Verarbeitung. Grüntee ist nicht fermentiert, Schwarztee wird fermentiert.

Was ist denn Fermentation?

Sie ist eine enzymatische Umwandlung chemischer Stoffe. Eigentlich sollte man in der Teeverarbeitung eher von Oxidation sprechen. Die Teeblätter oxidieren in einer feuchten Umgebung ohne Hinzugabe von Mikroorganismen. Die Teeblätter werden gerollt und gequetscht, so dass eigentlich in der Zelle getrennte Enzyme und Polyphenole zusammenkommen und mit dem Sauerstoff reagieren. Es kommt zu einer Verfärbung und einer geschmacklichen Veränderung. Dieser Prozess wird als Fermentation bezeichnet.

Hat Grüntee Koffein?

Ja, Grüntee ist genauso anregend wie Schwarztee. Die Wirkung ist natürlich je nach Sorte und Verarbeitung unterschiedlich und hält teilweise sogar länger an, als beim Schwarztee.

Stimmt es, dass Grüntee "gesünder" ist als Schwarztee?

Da Grüntee nicht fermentiert wird, bleiben Vitamine und andere Stoffe weitestgehend erhalten. Bei schwarzem Tee werden zum Beispiel Catechine durch Fermentation in Theaflavine umgewandelt, so dass sie ihre Wirkung verlieren.

Warum schmeckt mein Grüntee immer so bitter?

Wahrscheinlich bereiten Sie ihn falsch zu. Grüntee sollte moderater als Schwarztee dosiert werden, kürzer ziehen und nicht mit kochendem sondern oftmals lediglich mit 70° Celsius warmem Wasser aufgegossen werden. Experimentieren Sie einfach mal mit der Dosiermenge, den Ziehzeiten und der Wassertemperatur.

Wie ist das nun mit grünem Tee aus Japan nach Fukushima?

Die mögliche radioaktive Belastung ist ein wichtiger Punkt, der mit höchster Aufmerksamkeit behandelt werden muss. Zum einen sind sämtliche Sorten in unserem Handel rückstandskontrolliert. Zum anderen, bei unter Umständen verbleibender Skepsis sei gesagt, wir können dafür eintreten dass die kontrolliert biologischen Grüntees aus den südlichen Regionen Japans ohne Bedenken getrunken werden können. Ökozertifizierte Händler, wie Marimo und Shimodozono veröffentlichen ständig die Analysen, welche in deutschen Laboren vorgenommen werden. 

Ist Tee aus China gefährlich?

Abgesehen von dem Fakt, dass im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln, die vollständig verzehrt werden, beim Tee ein wässriger Auszug konsumiert wird und so nur 2-15% der Rückstande gelöst werden, sei auch hier gesagt, dass bei bestehendem Zweifel in Bezug auf Rückstandskontrollen von konventionellem Tee immer die Möglichkeit bleibt, auf einen kontrolliert biologischen Tee aus China zurückzugreifen. Diese Kontrollen finden übrigens in Deutschland statt.

Was bedeutet eigentlich Bio?

Es gibt gesetzliche Definitionen in der EU für Bio-Lebensmittel. Sie müssen aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Das heißt, sie dürfen gentechnisch nicht verändert sein. Beim Anbau oder der Verarbeitung dürfen kein Kunstdünger und keine chemischen Pestizide zur Verwendung kommen. Die Regelungen sind in der EU-Verordnung (EG) Nr. 834/2007 festgeschrieben. Der Verbraucher sollte sich auf jeden Fall vergewissern, dass die Nummer der prüfenden Öko-Kontrollstelle auf der Verpackung abgedruckt ist und ebenso dass EU-Bio-Siegel vorhanden ist. 

Was ist aromatisierter Tee?

Schon immer wurde Tee zum Beispiel mit Blüten, Früchten, Kräutern, Wurzeln und Gewürzen versetzt. Allerdings gibt es neben den natürlichen Aromen auch naturidentische Aromen. Diese werden mittels chemischer Synthese hergestellt. Das Endprodukt stimmt im chemischen Aufbau exakt mit dem in der Natur vorkommenden Ausgangsstoff überein. Deshalb eben der Name: Natur und identisch. Sie stammen aus dem Labor, sind aber nach Abschluss der Herstellung baugleich mit dem in der Natur vorkommenden Aroma. Aber wie kann man ein natürliches Aroma von einem naturidentischen Aroma denn unterscheiden, wenn sie baugleich sind? Nun, etwas fachgesimpelt sind die Isotopenzusammensetzung und deren Verhältnisse unterschiedlich und kann mittels der Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie nachgewiesen werden. Doch wozu das Ganze? Das liegt einfach daran, dass naturidentische Aromen wesentlich hitzebeständiger und intensiver sind (denken Sie daran, dass ein Tee toll duften kann, aber nach dem Aufguss nur entfernt nach dem Erlebnis schmeckt, welches er vorher versprach). Also doch Unterschiede? Außerdem gibt es zum Beispiel Früchte, aus denen sich nur Kleinstmengen an Aroma durch Aufguss ergeben würde. Zum Beispiel die Erdbeere: Sie können sie zwar trocknen und selbst dann kauen und genießen, aber sobald sie heißes Wasser darauf gießen, wird der Aufguss nicht wirklich erdbeerig, weil sich kaum bzw. wenig intensives Aroma extrahiert. Ander verhält es sich zum Beispiel bei Zitrusfrüchten und dunklen Beeren.
Wichtig zu wissen ist, dass in Bio-Tees keine naturidentischen Aroman verwendung finden dürfen. Davon abgesehen: warum nicht mal einen nicht aromatisierten Tee trinken? Die teeeigenen Aromen sind oft so vielseitig von blumig bis herb. Da gibt es viel zu entdecken und das schärft die Sinne.

Ich habe kürzlich von weissem Tee gehört. Was ist das eigentlich?

Die Herstellung ist nur an wenigen Tagen im Jahr möglich und erfordert eine sorgfältige Hand-Auslese, besonders bei den ungeöffneten Knospen mit feinem, silbrig-weißem Blattflaum. Bei einigen Sorten (z.B. Pai Mu Tan) werden zu den Knospen noch die zwei jüngsten, zarten Blättchen gepflückt. Die Blätter werden nicht gedämpft oder gerollt, sondern welken bis zu 60 Stunden sanft an der Luft und werden nur zur Endtrocknung kurz erhitzt. 

Für echten Weißen Tee aus China werden nur bestimmte "weiße" Teepflanzen verwendet, deren lange Knospen silbrig-weiße Flaumhaare haben: Fuding Da Bai Cha (Große-Weiße-Teepflanze), Fuding Da Hao Cha (Viele Weiße Haare Teepflanze), Zhenghe Da Bai Cha (Große-Weiße- Teepflanze aus Zhenghe) und Minbai Sui Xian (Weiße Narzisse). Diese Pflanzen bieten das beste Ausgangsmaterial für Weißen Tee. 

Für einen Silbernadel-Tee (Yin Zhen) werden nur die ersten, noch ungeöffneten Blattknospen an wenigen Frühlingstagen im Morgennebel geerntet. Die Blattknospen werden auf beschatteten Bambussieben ausgebreitet und an der Luft weitestgehend getrocknet. Danach werden die Knospen durch kurzes, vorsichtiges Erhitzen endgetrocknet. Ein Teemeister braucht langjährige Erfahrung um einen guten Weißen Tee herzustellen. 

Es wird auch Tee mit vielen Silvertipps angeboten, dessen Blätter und Knospen auch von der Weißen-Teepflanzen stammen. Die Blätter welken wie bei Weißem Tee einige Stunden schonend an der Luft, werden aber früher durch Erhitzen getrocknet. Diese Teeart kann auch als Weißer Grüntee bezeichnet werden.

Wirkt sich die Ziehzeit auf die anregende oder beruhigende Wirkung von Tee aus?

Eine sehr interessante Frage, die sich mit wenigen Worten nur unzureichend beantworten lässt. Es ist sehr schwierig, bezüglich Koffein und dessen Wirkung generelle Aussagen zu treffen. Es gibt Menschen, welche abends einen Liter Tee trinken und trotzdem bestens einschlafen. Andere Menschen können widerum nicht schlafen, auch wenn sie Tee trinken, der länger gezogen hat. Im Allgemeinen lässt sich allerdings sagen, dass längere Ziehzeit zunehmend Gerbstoffe löst, welche den Magen-Darm-Trakt etwas beruhigen und so auch ein wenig die Wirkung des Koffeins hemmen. Dieser Effekt ist allerdings nicht sehr stark, da Koffein hauptsächlich auf das zentrale Nervensystem wirkt. Und das ist nicht im Magen-Darm-Trakt;-) Also kann der Effekt eintreten, dass sie zwar das Gefühl haben, sich hinlegen zu müssen, aber dann nicht einschlafen können. Das liegt eben daran, dass der Körper aufgrund des hohen Gerbstoffanteils sich eben müde fühlt, aber das gelöste Koffein die Nerven weiter beschäftigt.

Was ist eigentlich Matcha?

Unsere heute gebräuchliche Zubereitung getrocknete Teeblätter zu überbrühen ist noch gar nicht so alt, wie man vielleicht denken sollte. Sie entstand im 14. JH unserer Zeitrechnung. Davor wurde Tee in Steinmühlen zu Pulver vermahlen und dann mit einem kleinen Besen aus gespaltenem Bambus in heißem Wasser aufgeschlagen. In Japan wurde diese Methode zentraler Bestandteil der Teezeremonie. Beim echten Matcha werden die kleinen Blattrippen sogar vor dem Mahlen entfernt. So entsteht ein fein süßlicher Geschmack. Im Gegensatz zur Blattbrühmethode nimmt man die gesamte Pflanze auf. Deshalb ist die Aufnahme von Wirkstoffen höher als beim Blatttee.

Warum ist denn dieser Tee so teuer?

Nun ja, alles hat seinen Preis, denn wir sollten nicht die Wertigkeit eines Lebensmittels aus den Augen verlieren. Selbstverständlich ist ein kunstvoll verarbeiteter Tee in vielen arbeitsintensiven Schritten entstanden und es gibt wahrscheinlich auch viel weniger davon. Massenware wird maschinell verarbeitet. Darunter leidet natürlich die Qualität. Aber es muss ja nicht immer gleich eine Rarität sein. Bei dem Variantenreichtum der Teesorten findet sich für jedes Budget die richtige Sorte und zu einem besonderen Anlass kann es dann auch mal eine ausgefallene Spezialität sein. Bitte beachten Sie aber, dass der Name eines Tees ansich noch nichts aussagt über seine Qualität und vor allem über seinen Preis. Dazu muss man mehr wissen. Also falls Sie mal einen Tee sehen, der bei uns eher 19,80 Euro und in einem anderen Geschäft nur 5,95 kostet. dasnn hat er nur zufällig den gleichen Namen aber bestimm nicht die gleiche Identität. Zu Beispiel: "Sen Cha" heißt übersetzt nichts weeiter als "Blatttee." Aber da gibt es Sorten, die fangen mit  4,80 Euro für 100 Gramm an und welche, die hören nicht bei 35,96 Euro auf. Die Unterschiede erklären wir Ihnen gerne.