Historie

Der eigentliche Ursprung zu Tee Tea Thé liegt bereits über ein Vierteljahrhundert zurück, als wir noch in fernen Gefilden studierten und in der Restaurantküche eines großen Warenhauses um die Wette spülten. Das hat uns durchaus Spaß gebracht, man hat sich nebenbei Geld verdient und insgeheim hatte die bezugsnahe Parallelwelt außerhalb des oft trockenen Hörsaal-Alltags einen großen Reiz für uns. Und so war weniger der Traum vom Tellerwäscher zum Millionär als die Vision, eines Tages sich selber verwirklichen zu können, der Anlass dafür, dass wir uns Gedanken machten, wie sich das eventuell später in die Realität umsetzen lassen könnte.

Doch warum ausgerechnet Tee? Das ist eine gute Frage. Es ist noch nicht allzu lang her, da tranken Tee nur Jutebeutel-Ökos aus den 70ern. Oder wenn man krank war. Oder – naja – jedenfalls so richtig als Synonym für „gesellschaftsfähig“ oder „stilvoll“ war das Wort nicht zugelassen. Dass die Engländer eine Art Teekultur hatten und ebenso die Ostfriesen, das wusste man zwar, aber zeitgleich war das auch nicht ganz so ernst zu nehmen. Die einen leben auf einer Insel und letztere…? Unzählige Witze zeugen von etwas anderem… Und die Asiaten oder Osmanen? Alle zu weit weg….

Ich selber kam als Hamburger so viel mit Tee in Berührung, dass ich erstens den Genuss zu schätzen wusste, und zweitens hatte es auch immer etwas mit Tradition, Heimat und Verbindlichkeit zu tun. Nach der Schule verschlug es mich zum Studium aus verschiedenen Gründen in eine sprachlich und kulinarisch völlig fremde Gegend. Doch die älteste Stadt Deutschlands war zwar für das berufliche Weiterkommen ideal, doch wenn mir mal alles zu viel oder zu eng und zu fremd wurde, was konnte ich da machen? Richtig: Zurücklehnen, abwarten und Tee trinken! Das ging zwar in den eigenen vier Wänden soweit ganz gut, aber wenn mir die Decke auf den Kopf fiel, dann musste ich raus.

Doch oh weh, was das kulinarische Angebot an Sehnsuchtstropfen anbot. Kennen Sie das? Sie sehnen sich nach einem kräftigen Broken-Assam erster Grade oder einem würzig feinen Darjeeling mit leichter Muskatellnote und möchten den in einem Café genießen? Und wenn dann die Antwort auf die Frage, welche Teesorten sie denn hätten, lapidar lautet: schwarz, Pfefferminze oder Hagebutte.

Ja, so war das damals oft. In den Geschäften gab es damals zwar diverse Sorten, aber es war ebenso oft ein Potpourri von diffusen Duftmischungen, die seines gleichen suchte. Interessanter Weise gab es zeitgleich im Kaffeebereich eine viel kritischere Kundschaft. In einem guten Restaurant wurde seinerzeit schon viel Wert darauf gelegt, einen guten Espresso zu erhalten, stilvoll serviert, und wehe die Crema war bereits nicht mehr vorhanden oder der Inhalt war lau!

Also lag es doch quasi auf der Hand, dass man sowohl im gastronomischen Bereich als auch im Fachhandel etwas tun musste, um dem verpönten Unbekannten zu seinem eigentlich Wert zu verhelfen. Wenn es das seit über 2.000 Jahren in China hoch kultivierte und in höchsten Ehren gehaltene Gut noch nicht geschafft hatte, in Deutschland salonfähig zu werden, dann braucht es schließlich uns, das zu tun! Und wir waren jung – und etwas leichtgläubig, dass das alles ganz einfach sei.

Wir kamen nun nach ein paar Umwegen nach Berlin und das Ziel war klar gesteckt: Café und Teefachhandel eröffnen, Markenware anbieten und alle Welt ist hingerissen, endlich daran teilnehmen zu dürfen, was ihnen bislang vorenthalten wurde.

Umbau 1997
Der Laden vor dem Umbau 1997.

Und hier die Realität: Wie kompliziert war es, eine Lokation zu finden, die passen könnte. Warum hat uns die Bank nicht freiwillig mit Geld überschüttet, weil wir genau DIE Geschäftsidee hatten? Wieso haben sich die Umbaumaßnahmen drei Monate lang zermürbend hingezogen? Und wieso haben wir uns – so einig wie wir vorher waren – deshalb gleich selber gestritten?
Immerhin: am 20.10.1997 gingen wir an den Start und eröffneten unser „T“eeladengeschäft und unseren „T“eesalon, wie wir ihn nannten. Wir waren Arbeitgeber und hatten unseren ersten Festangestellten, der sich auf das dritte „T“, den „T“eeversand stürzen sollte. Alles war genau ausgetüftelt, wofür Tee Tea Thé oder kurz gesagt TTT stehen sollte.
Aber der Anfang war schwer: Tee? Ach nö, da gibt es nur Tee.
Da aufgrund des Teeverkaufes unsere Räume auch komplett rauchfrei sein mussten, hatte das den großen Vorteil, dass wir quasi ein Vorreiter somit als Gastronomiebetrieb damals waren und einige Kunden deshalb erhielten. Leider gab es ebenso oft auch Gruppen, die deshalb explizit NICHT zu uns aus diesem Grunde kamen. Aber am Schlimmsten empfanden wir eher den somit aufgedrückten Stempel: „Stimmt ja: Tee / Korbsessel / Nichtraucher = irgendwo absurd“.

Ja, so war das damals. Und seitdem? Seitdem ging es stetig häppchenweise bergan. Es musste angepasst, umgebaut, vergrößert, erneuert, verschönert werden. Es wurde ausprobiert, wieder rausgenommen. Wie eigentlich überall das so ist. Es ging bergauf, es ging bergab, und die Jahre schritten dahin. Am Interessantesten war eigentlich, dass unser Name sich sofort eingeprägt hatte. Nicht unbedingt als der richtige: Tee (deutsch) Tea (englisch) Thé (französisch) – sprich TeTiTe – oder die Abkürzung TTT, wie wir uns am Telefon melden. Aber irgendwie man sprach darüber und verabredete sich im Teetheater, Tête-à-Tête, Tea for Two, Tei Ti Tei….

Das Logo änderte sich. Zuerst gleich am Anfang, als sich ein großer deutscher Teekonzern bei uns meldete, dass wir keinerlei Teekanne als Logo führen dürften. Wir waren irritiert, freuten uns gedämpft darüber, dass man sich vor so einem kleinen Laden als Konkurrent fürchtete (schließlich planten wir in unseren geheimen Treffen damals schon als nächsten Schritt deren spätere Übernahme) und warfen das frisch gedruckte Briefpapier in die Ablage Schmierpapier.

So sollte eigentlich unser Logo aussehen.


  
Robert mit dem Alternativ-Logo



Postkarte rückseite
Die Rückseite einer Postkarte von Tee Tea Thé

Aber wir blieben unserem Logo dennoch treu, auch wenn wir es öfter anpassten. Das Inventar änderte sich: Wer kann sich noch an die „blaue Phase“ erinnern, als wir anfangs im hinteren Raum die blauen Sessel und Korbmöbel hatten und an den Wänden die blau tapezierten Paneele als Lichtschutz montierten? Und vorne die Edelstahlfußbodenplatten mit den Stühlen und bunten Tischen, die um den großen Bambus herum gestellt waren und an der Seite die beiden Luftraumbefeuchter als Wassersäulen (die dann aufgrund der damals daneben vorhandenen Kinderspielecke zum Überlaufen gebracht wurden, weil die Bücher sich in der Pumpe erst selbst bzw. dann diese ebenso zerschlissen…)? Oder danach zu den hellen Korbmöbeln die immer dunkler werdenden Wände von hellgelb und senfgelb bis hin zu cremig orange, natürlich alles in hypermoderner Wischtechnik? Au weia: eine Mischung aus Enthusiasmus und Wunsch, aber immer alles mit Persönlichkeit gestrickt. Manchmal zu viel des Guten aber im Nachhinein gesehen: es sollte eben so sein und war meist selbstbestimmt.


Robert serviert zu Zeiten der ockerfarbenen Wände.



Einhard an den Heißwassergeräten zu Zeiten der orangen Wände.

Problematisch war eher, dass bei zwei Mitinhabern eben auch öfter zwei Meinungen vorherrschen. Irgendwann wurde klar, dass wir uns nach vielen Jahren doch trennen mussten, weil sich eben Menschen und Dinge ändern. Als Konsequenz stand ich nun zum 01.01.2012 alleine mit der Überlegung da, was ich aus meinem Traum von damals machen möchte. Manches hatten wir bereits erreicht, aber es gab noch so Vieles mehr. Deshalb habe ich mich zu dem Zeitpunkt entschieden, den Laden noch mal komplett umzukrempeln und Fehler aus der Vergangenheit zu korrigieren sowie unerreichten Dingen eine neue Chance zu bieten. Unser seit Anfang an langjähriger und somit vertrauter Mitarbeiter wurde zum neuen Mitinhaber, und die Ladenräume wurden komplett umgestaltet, und auch das Logo hat sich mal wieder etwas verändert. Eigentlich erinnert auf den ersten Blick gar nichts mehr an früher, aber irgendwie ist der Wunsch immer doch noch Vater des Gedanken:


So sieht unser Logo seit dem Jahr 2012 aus.

Tee Tea Thé heißen wir, wir sind seit 1997 da und stehen mit dem gesamten Team täglich sowohl im Laden als auch im Café für Qualität, Kompetenz und Persönlichkeit. Zumindest bilden wir uns das ein. Das dürfen wir doch, oder?

Und wir danken Ihnen allen: unseren Gästen, Kundinnen und Kunden, für die langjährige Treue und das Wohlwollen und die Zuversicht, dass wir irgendwie doch nicht alles falsch machen! (und die Teekanne erkenne ich immer noch im Logo, jawoll!)

familie
In der Mitte: Bertha Scholz, Foto um 1895, Görlitz